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Pfand ist ein Gegenstand, den ein Schuldner seinem Gläubiger als Sicherheit für dessen Forderung überlässt. Die Voraussetzung für das dem Wirt zustehende Pfandrecht ist, dass eine Betrugsabsicht vorliegt und er Forderungen gegenüber dem Gast hat, für die ihm ein Pfandrecht zusteht. Dies sind Forderungen, die aus der Verpflegung (Speisen, Getränke, Bedienungsgeld, Tabakwaren), Beherbergung (Zimmerpreis, Bedienungsgeld, Parkgebühr) und Nebenleistungen/Auslagen (Telefon, Wäschereiservice, Saunabenutzung, Blumenstrauß, Taxirechnungen, Hallenbadbenutzung) entstanden sind. („Der Gastwirt hat für seine Forderungen für Wohnung und andere, dem Gast zur Befriedigung seiner Bedürfnisse gewährte Leistungen, mit Einschluss der Auslagen, ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Gastes“, §704, BGB.) Für dem Gast gewährte Darlehen gilt kein Pfandrecht!

Lt. BGB steht aber nur dem Beherbergungswirt (Gastwirt) gesetzliches Pfandrecht zu, der Schank- und Speisewirt dagegen darf erst nach Vereinbarung mit dem Gast Wertgegenstände an sich nehmen, um die bestehende Forderung zu stunden. Immerhin darf der Schankwirt lt. §229, BGB, den Zechpreller, notfalls mit Gewalt, bis zum Eintreffen der Polizei zurückhalten.

Der Gastwirt hat grundsätzlich ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen der Person, mit der er den Beherbergungsvertrag abgeschlossen hat. Bei Verdacht auf Zechprellerei oder Einmietbetrug kann der Hotelier dem Gast verbieten, seine Sachen aus dem Hotel zu entfernen.

Es muss dann zwischen pfändbaren Gegenständen (eingebrachte Sachen, die Eigentum des Gastes sind) und unpfändbaren Gegenständen (alle nicht eingebrachten Sachen wie der PKW des Gastes und die darin liegenden Gegenstände; Musterkoffer des Geschäftsreisenden; die zur Berufsausübung benötigten Sachen, wie z.B. Computer; persönliche Sachen, wie unentbehrliche Kleider, Ehering, Brillen (u.ä.)) unterschieden werden. Übergibt der Gast dem Gastwirt freiwillig einen unpfändbaren Gegenstand, die dem Wert der Forderung entspricht, so darf dieser ihn annehmen.

Verlässt der Gast unbemerkt mit seinen Sachen das Hotel, bleibt dem Gastwirt nur die Möglichkeit, Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten und die Forderung durch Mahn- und Vollstreckungsbescheid geltend zu machen. Für die Pfändung ist dann der Gerichtsvollzieher zuständig.

Wichtig für den Wirt ist, dass er eine Aufstellung der gepfändeten Gegenstände anfertigt, diese genau beschreibt, dass er dem Gast einen Durchschlag dieser Aufstellung anfertigt und sich von ihm eine Unterschrift geben lässt

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