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Kurzdefinition: Durch Leasing werden vertraglich die Nutzungsrechte an beweglichen Anlagegütern für eine bestimmte Zeit auf den Mieter bzw. Pächter übertragen, der diese Güter in seinem Betrieb einsetzt. An die Stelle des Kaufes tritt die befristete Nutzung durch Miete oder Pacht.


Die Idee, Anlagegüter zu mieten statt zu kaufen, wurde zwar bereits Ende des letzten Jahrhunderts entwickelt, erlangte aber in Deutschland erst nach Ende des Zweiten Weltkrieg größere Bedeutung. Inzwischen gibt es in der Bundesrepublik Deutschland fast tausend Leasinggesellschaften. Infolge der vielen Gestaltungsmöglichkeiten von Miet- und Pachtverträgen, die sich in der Praxis herausgebildet haben, ist der Begriff des Leasingvertrages weder in der juristischen noch in der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur eindeutig und abschließend geklärt.

Die Besonderheit des Leasingvertrages gegenüber dem normalen Mietvertrag nach § 535 BGB liegt meist darin, dass nicht der Hersteller der vermieteten Anlagegüter mit dem Mieter den Vertrag schließt, sondern eine Leasinggesellschaft als Leasinggeber eingeschaltet wird, die vom Hersteller die Mietobjekte erwirbt. Der Hersteller kann jedoch auch die Aufgabe der Leasinggesellschaft selbst übernehmen. Je nach der Gestaltung der Verträge werden Leasingverhältnisse als normale Mietverträge, als verdeckte Teilzahlungsverträge, als Geschäftsbesorgungsverträge, als Treuhandverhältnisse oder als Verträge eigener Art interpretiert. Nach der Art der Vertragsgestaltung lassen sich zwei Typen von Leasingverträgen unterscheiden:

- Operate - Leasingverträge, auch als Teilamortisationsverträge bezeichnet, sind normale Mietverträge im Sinne des BGB. Sie können von beiden Seiten sofort oder unter Einhaltung einer relativ kurzen Kündigungsfrist ohne Zahlung von Konventionalstrafen gekündigt werden. Infolgedessen übernimmt der Leasinggeber das gesamte Investitionsrisiko. Eine volle Amortisation kann bei Kündigung vor Ablauf der Nutzungsdauer nur durch eine oder mehrere Anschlussmieten erzielt werden. Die Gefahren des zufälligen Untergangs und der wirtschaftlichen Entwertung sowie Aufwendungen für Versicherungen, Wartung und Reparaturen trägt der Vermieter. Infolge dieser Risikobelastung des Leasinggebers kommen für derartige Verträge in der Regel nur solche Wirtschaftsgüter in Frage, die von einer größeren Zahl von potentiellen Mietern nachgefragt werden, also jederzeit erneut vermietet werden können.

- Finance - Leasingverträge, auch als Vollamortisationsverträgen bezeichnet, sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass sie für eine zwischen dem Leasing- Geber und dem Leasing- Nehmer vereinbarte Grundmietzeit unkündbar sind. Die Grundmietzeit entspricht maximal der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, ist aber in der Regel kürzer, jedoch meist länger als die Hälfte der in den AfA-Tabellen angegebenen betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer. Die Mietarten werden so bemessen, dass das vermietete Objekt sich nach Ablauf der Grundmietzeit einschließlich aller Nebenkosten voll amortisiert und der Leasinggeber einen Gewinn erzielt hat. Sie sind in der Regel in gleichbleibender Höhe monatlich im Voraus zu leisten.


Unterteilung von Leasingverträgen nach dem Mietobjekt

Leasinggeschäfte kann man nach dem Mietobjekt unterteilen in:

- Mobilienleasing: es umfasst die Vermietung von Büromaschinen, Kraftfahrzeugen, Produktionsmaschinen u. a.

- Immobilienleasing: es erstreckt sich auf Verwaltungsgebäude, Lagerhallen, Kraftwerke u. a.

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