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Bezugsrecht

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Durch das Bezugsrecht erhalten Altaktionäre einer Aktiengesellschaft das Recht, neu emittierte Aktien (= junge Aktien) entsprechend ihrer bisherigen Beteiligung am Grundkapital zu erwerben. Mit der Bezugsrechtszuteilung wird die Idee verfolgt, dass Altaktionäre durch die geplante Kapitalerhöhung weder Stimmrechtsverschiebungen zu ihrem Nachteil noch Vermögenseinbußen hinnehmen müssen. Diejenigen Aktionäre, die nicht an der geplanten Kapitalerhöhung teilnehmen wollen, können ihr Bezugsrecht an der Börse verkaufen. Hierbei ist zu beachten, dass sich der Kurs für das Bezugsrecht nach Angebot und Nachfrage richtet und angesichts dieser Tatsache von seinem rechnerischen Wert abweichen kann. Der rechnerische Wert des Bezugsrechtes wird mit Hilfe folgender Formel berechnet:

(Börsenkurs der alten Aktien - Bezugskurs)/(Bezugsverhältnis + 1)

(subscription rights, stock rights) Recht der Aktionäre, bei einer Kapitalerhöhung entsprechend ihrem Anteil am bisherigen Grundkapital junge Aktien zu beziehen.

Bezugsrechte auf Aktien sind gegeben im Zusammenhang mit

- Kapitalerhöhungen gegen Einlagen gem. § 186(1)AktG sowie § 203(1)AktG (genehmigtes Kapital);

- Schuldverschreibungen, bei denen den Gläubigern ein Bezugsrecht auf Aktien eingeräumt wird.

Mit der Einräumung des Bezugsrechts soll den Aktionären grundsätzlich die Möglichkeit eröffnet werden, ihren relativen Anteil am Grundkapital zu halten und zugleich Machtstrukturverschiebungen vorzubeugen.

Im Regelfall liegt der Emissionskurs von Aktien unter dem des Börsenkurses (Disagio). Hierdurch entsteht einerseits ein Zeichnungsanreiz für die bisherigen Aktionäre, andererseits eine Kapitalverwässerung. Üben bisherige Aktionäre ein Bezugsrecht nicht aus, so erleiden sie bei einem Emissionskurs Börsenkurs zwangsläufig einen Vermögensverlust. Daraus wird deutlich, dass das Bezugsrecht, wird es nicht ausgeübt, wirtschaftlich gesehen ein Vermögensumschichtung darstellt. Sein Wert je Aktie entspricht der Differenz Börsenkurs vor der Kapitalerhöhung zum Kurs, der mit Beginn der Bezugsfrist mit Bezugsrechtsabschlag (ex Bezugsrecht) genannt wird.

Der rechnerische Wert des Bezugsrechts wird durch die vier Komponenten Börsenkurs der alten Aktien, Emissionskurs der jungen Aktien, dem Bezugsverhältnis sowie ggf. der Dividendenberechtigung der jungen Aktien abgeleitet. Bezugsverhältnis: Relation altes Grundkapital zu Erhöhungskapital: Emissionskurs: festgelegter Bezugspreis der jungen Aktien.

Beispiel:

Das bisherige Grundkapital der AG von 12 Mio. € soll auf 16 Mio. € erhöht werden. Bezugsverhältnis 3: 1; Börsenkurs: 600; Emissionskurs: 450.

Damit ergibt sich der Wert des Bezugsrechts aus der Differenz des alten und neuen Mischkurses:

3 alte Aktien zu 600 € (Börsenkurs) 1 800,00 €

1 neue Aktie zu 450 € (Emissionskurs) 450,00 €

4 Aktien 2250,00 €

neuer Durchschnittskurs einer Aktie

nach Kapitalerhöhung: (2250: 4) 562,50 €

Wert des Bezugsrechts (600-562,50) 37,50 €

Jiannis Lytrivis

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